Körpergeruch wirkt auf Frauen

In einer Berner Universität hat der Evolutionsbiologe Claus Wedekind einen Test mit Studentinnen durchgeführt. Ziel des Tests war es herauszufinden, wie männlicher Körpergeruch auf Frauen wirkt.

Frauen steckten ihre Nasen in Löcher verschiedener Kästen, die mit benutzten Männer-T-Shirts gefüllt wurden und durften eine Nase voll vom Geruch aufnehmen. Viele der 49 Frauen kamen bei den meisten Gerüchen ins Schwärmen, da sie die Körperdüfte als anregend bis wohlriechend empfanden. Bei anderen hingegen wurde es ihnen jedoch fast schlecht.

„Duftende Gene beeinflussen die Damenwelt“, so das Schweizer Forscherteam in der Fachzeitschrift „Proceedings of the Royal Society of London“. Die von Menschen abgesonderten Gerüche sind einzigartig und man kann sagen, es handelt sich dabei um einen olfaktorischen Fingerabdruck.

Genetisch bedingt erschnuppern Frauen unbewusst den potentiellen Partner mit dem sie sich fortpflanzen möchten.

Dass s.g. Pheromone in der Natur eine wichtige Rolle spielen ist bekannt, doch dass die Anti-Babys-Pille das Geruchsvorlieben beeinflussen kann, überraschte die Wissenschaftler.

Frauen, die die Pille schlucken, bevorzugen andere Männergerüche, als Frauen, die keine Hormonpräparate zu sich nehmen.

Interessant war auch, dass es wohl eine riechbare genetische Struktur des Immunsystems gibt. Der Major Histocompatibility Complex (MHC) spielt eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr. Eine bunte Mischung der Gene lässt auf eine effektivere Immunabwehr schließen. Sind diese Gene von Vater und Mutter unterschiedlich ist der Nachwuchs besser auf die Vielzahl der Krankheitserreger vorbereitet.

Bei Mäusen ist schon lange bekannt, dass der MHC Einfluss auf die Partnerwahl hat. „Der MHC gibt einen Hinweis auf genetische Distanz, ist also ein Unterschiedlichkeitsmaß“, bestätigt Professor Roman Ferstl, Psychologe an der Universität Kiel. Durch die Partnerwahl weg vom eigenen genetischen Pool vermeiden Mäuse Inzucht und erhöhen den Fortbestand ihrer Rasse.

Bei Menschen weiß man, dass MHC verbundene Gerüche in Körperflüssigkeiten, wie Blut, Urin und Schweiß vorkommt. Wie die Wirkmechanismen auf den Partner funktionieren, weiß man hingegen nicht sicher. Man kann jedoch davon ausgehen, dass die eigene Duftnote ein entscheidender Faktor darstellt.

Zurück zum Geruchstest. Es konnte festgestellt werden, dass Frauen, die die Anti-Baby-Pille einnehmen eher Männergeruch mit ähnlichem MHC bevorzugten. Frauen ohne Pille jedoch die Gerüche mit einem MHC der vom eigenen differierte.

Da sich mit der Einnahme der Pille die Präferenz der Partnerwahl ändert, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass sich die Einnahme der Pille auch auf eine Partnerschaft auswirken kann. Bewiesen ist die doch nicht, aber es herrscht großer Forschungsbedarf. Es gilt auch noch zu klären in wieweit sich Männer von dem veränderten MHCs-Geruch beeinflussen lassen.

Also liebe Männer: Geld und Luxus spielen vielleicht auch eine Rolle bei der Partnerwahl, aber es sind nicht die einzigen Parameter, die Frauen in Wallung bringen.

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