Resilienz-Ttraining
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Resilienz-Training ist Unsinn - Podcast mit Ulrich Eckardt
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Was ist Resilienz? Und warum ist Resilienz-Training vollkommen sinnlos, und warum wird Resilienz überbewertet?

Textversion:

Sag mal, was ist Resilienz und warum denkst Du, dass Resilienz-Training reine Abzocke ist und nicht funktioniert?

Meiner Meinung nach kann man sich jeden Resilienz-Kurs oder Training komplett sparen, denn Resilienz kann nicht funktionieren, selbst dann, wenn es viele Coaches gibt, die Kurse hierzu anbieten. Ich möchte Euch liebe Hörer und Hörerinnen erklären, warum dies so ist und einen Weg zeigen mit unangenehmen Gefühlen oder Angriffen von außen oder mit Rückschlägen umgehen zu können, der auch wirklich funktioniert.

Na, da bin ich ja mal gespannt

Es gibt immer wieder Krisen, Krankheiten und Misserfolge im Leben – bei dem einen sind es mehr, bei dem anderen weniger. Diese Rückschläge, die ich gerne als Lernerfahrung bezeichne, sind vollkommen natürlich und gehören zum Leben dazu. Um mit diesen Lernerfahrung umgehen zu können, wird von Coaches und Therapeuten versucht den inneren Widerstand im Menschen zu stärken, was dann als Resilienz bezeichnet wird.

Dabei wird in vielen Interventionsangeboten u.a. probiert das Selbstwertgefühl im Patienten oder Klienten aufzubauen, oder die Selbstwirksamkeit und vieles mehr, was oftmals viel Zeit in Anspruch nehmen kann und in der Regel nicht wirklich nachhaltig ist oder für viele Menschen gar nicht umsetzbar ist.

Der Begriff Resilienz, der die psychische Widerstandsfähigkeit beschreibt, kommt übrigens vom lateinischen Wort resilire was „zurückspringen“ „abprallen“ bedeutet – und ist auch schon das Problem, welches der Resilienz zugrunde liegt. Denn Resilienz benötigt Energie, damit man Eindrücke von außen oder Gefühle an sich abprallen lassen kann – und das kann kräftezehrend sein.

Und diese Energie muß erst einmal im Menschen vorhanden sein, bevor er sie zur Abwehr einsetzten kann – denn ohne Energie kein Widerstand und ohne Widerstand gibt es kein Abprallen. Resilienz ist somit ein stetiger Kampf gegen Nackenschläge, Stress und schicksalhaftes Geschehen.

Auf gut Deutsch: Resilienz ist vollkommener Quatsch, denn was passiert, wenn man gegen stetig bspw. gegen Stress kämpft? Richtig, es entsteht noch mehr Stress und dieser Kampf verbraucht noch mehr Energie, sodass Resilienz nicht den Widerstand fördert, sondern die eigenen Ressourcen sogar noch reduziert. Daher kann ich jedem nur von Resilienz-Trainigs und Resilienz-Büchern abraten, auch wenn ich weiß, dass Kollegen entweder aus Unkenntnis oder aus wirtschaftlichen Interesse, eine andere Meinung vertreten.

Gut, also Resilienz benötigt Kraft und Energie – wie kann man denn dann inneren Widerstand aufbauen oder mit den Lernerfahrungen, wie Du sie nennst, umgehen?

Das genau möchte ich Dir jetzt zeigen – Hierzu machen wir eine kleine Übung von wenigen Minuten. Führe diese Übung aber nur durch, wenn Du zu Hause bist und Dich hinsetzen oder legen könnt – also bitte nicht beim Autofahren, beim Arbeiten oder bei ähnlichen Situationen. Bist Du als Zuhörerin und Zuhörer dieses Podcasts bereit? OK, stelle Dir bitte eine angenehme Situation bildhaft vor, am besten mit geschlossenen Augen. Dies kann ein Urlaub sein, eine bestandene Prüfung oder etwas ähnliches.

PAUSE 5 SEK

Was fühlst Du dabei?

PAUSE 5 SEK

Es kommen hoffentlich gute Gefühle auf, obwohl Du Dir die Situation nur etwas vorgestellt hast – warum ist das so?

Öffne nun Deine Augen.

Weshalb kommen die Gefühle auf? Nun, weil Du Dich dazu entschieden hast, dir etwas Schönes vorzustellen. Es war Deine Entscheidung und es sind keine Gefühle von außen an Dich herangetragen worden, sondern Du hast das oder die Gefühle selbst erzeugt. Du hast ein ähnliches Gefühl wie damals gefühlt, als Du in der Situation warst – richtig? Vermutlich.

Schließe wieder Deine Augen und stelle Dir etwas Unangenehmes aus Deiner Vergangenheit vor – bitte jedoch nichts zu Dramatisches.

PAUSE 5 SEK

Was fühlst Du jetzt?

PAUSE 5 SEK

Öffne nun Deine Augen – Vermutlich fühlst Du Dich jetzt nicht mehr ganz so wohl wie beim ersten Teil der Übung, richtig, denn Du hast Dir eben etwas unangenehmes bildhaft vorgestellt.

Auch hier hast Du Dich entschieden, diese Gefühle aufkommen zu lassen – sie sind ebenfalls nicht von außen an Dich herangetragen worden.

Schließe nun wieder Deine Augen und stelle Dir wieder die angenehme Situation vor.

PAUSE 5 SEK

Ich hoffe, Du fühlst wieder die positiven Gefühle von damals

PAUSE 5 SEK

Öffne nun Deine Augen und bleibe bei den positiven Gefühlen oder dem positiven Gefühl.

Jetzt wird es spannend, denn was soll Dir diese Übung zeigen? Hierzu möchte ich Dir ein paar Fragen stellen, die Dir die Augen öffnen können

1.) Kamen die Gefühle von außen oder hast Du die Gefühle eben, als Du die Übung durchgeführt hast, selbst erzeugt?
Nun, da Du Dich nicht in der Situation von damals befindest, konnten sie auch eben nicht von außen kommen, so dass Du sie natürlich selbst erzeugt hast – Wir entscheiden uns immer, was wir fühlen wollen doch meist geschieht dies unbewusst. Du hast Dich selbst bei dem ersten Teil der Übung dazu entschieden Dich wohl zu fühlen, beim zweiten Teil, dass Du Dich unwohl fühlst und beim letzten Teil haben sich wieder positive Gefühle in Dir ausgebreitet. Und das hast Du ganz alleine gemacht, Du hast das geschafft und niemand sonst.
Du bist der Bühnenbildner Deines Lebens, der Architekt oder die Architektin Deiner Welt, in der Du lebst. Gefühle kommen nie von außen, sondern entstehen, und da wiederhole ich mich gerne, immer in uns selbst. Da Gefühle in Dir entstehen, kannst Du auch ein Gefühl nicht nicht an Dich heranlassen, denn dies impliziert ja, dass Gefühle von außen an uns herangetragen werden – und genau das stimmt eben nicht. Daher vergiß bitte den gut gemeinten Rat von Psychologen, Psychiatern, Therapeuten oder Dir nahestehenden Menschen, die Dir sagen „Lass das Gefühl nicht an Dich heran“ – Das ist Unsinn.

2.) Hast Du jemals einem anderen Menschen ein Gefühl gegeben? Hier hast Du ein Kilo Liebe? Hast Du das schon einmal gemacht oder war es nicht vielmehr so, dass beim einem anderen Menschen VERSUCHT hast ein Gefühl durch Dein Verhalten zu erzeugen? Ich wiederhole die Frage gerne: Hast Du jemals einem anderen Menschen ein Gefühl gegeben oder hast Du GEHOFFT, dass im anderen durch Dein Verhalten ein Gefühl entsteht? Ich weiß, die Frage klingt etwas komisch, denn wir glauben bzw. uns wurde gesagt, dass wir Gefühle geben können – doch das ist falsch – Durch unser Verhalten wird im anderen ein Gefühl möglicherweise ausgelöst. Falls Du mir, lieber Hörer und liebe Hörerin das nicht glauben, dann schreie jetzt bitte Deinen Partner oder Partnerin an und gib ihm oder ihr das Gefühl der Liebe – es wird nicht funktionieren, selbst wenn Du es möchtest.

Das verstehe ich. Mit lieben Worten oder freundlichem Verhalten wird bspw. das Gefühl der Geborgenheit im anderen hervorgerufen – oftmals, aber nicht immer. Und wenn man sich unfreundlich jemand gegenüber verhält, entsteht im anderen ein unangenehmes Gefühl

Richtig und jetzt kommen wir zu dem wichtigsten Teil des Podcasts – Hierzu noch eine kleine kurze Übung. Stelle Dir eine vergangene, unangenehme Situation vor.

Schließe hierzu Deine Augen

5 SEK

Fragen Dich nun bitte, ob es denn Sinn macht, dass Du Dich jetzt in diesem Augenblick, während Du zu Hause bist, unwohl fühlst, denn Du erlebst die Situation ja nicht, sondern Du stellst sie Dir ja nur vor – richtig? Beantworte Dir jetzt die Frage „Macht das Sinn dass ich mich jetzt unwohl fühle, da ich mich nicht in der Situation befinde und sie mir nur vorstelle?“ Macht es Sinn, dass Du Dich jetzt unwohl fühlst? NEIN es macht keinen Sinn – und das Gefühl löst sich auf oder es wird nun noch reduziert wahrgenommen!

Öffne jetzt Deine Augen. Und je öfters Du Dir diese „Macht das Sinn“-Frage stellst, desto einfacher wird es Dir gelingen zu erkennen, dass Du selbst entscheiden kannst, was Du im Hier und Jetzt fühlst. Es bedarf hierzu ein wenig Training.

Machen wir weiter: Stelle Dir nochmals die positive Situation mit geschlossenen Augen vor und frage Dich wieder die gleiche Frage: Macht es Sinn, dass ich mich jetzt wohl fühlen? JA kann hier die Antwort nur lauten, es macht Sinn, dass es Dir gut geht.
Durch diese kleine, simple aber effektive Frage „Macht das Sinn, dass ….“ arbeitest Du nicht gegen ein Gefühl, sondern Du bewertest es und kannst Dich dann entscheiden, ob Du dich gut oder schlecht fühlen möchtest.
Durch die Möglichkeit der Entscheidung arbeitest Du dann nicht gegen das Gefühl, welches Du selbst erzeugst. Du musst keinerlei Energie aufwenden um ein Gefühl abzuwehren, was sowieso nicht funktioniert, sondern Du entscheidest wie Du Dich fühlen möchtest.

Krass – das bedeutet, jeder von uns kann sich entscheiden, wann er oder sie welches Gefühl aufkommen lässt

Ja klar und noch etwas: Arbeite nie gegen Gefühle, denn damit arbeitest Du gegen sich selbst, wodurch, nur so nebenbei, auch Autoimmunerkrankungen entstehen lassen kann. Löse unangenehme Gefühle mit der „Macht das Sinn Frage….“ bzw. durch die Bewertung einfach auf.

Also angenommen der Bus oder die Tram kommt zu spät, dann kann ich mich fragen, ob es denn Sinn macht, dass ich mich aufrege, denn schließlich wird die Verspätung damit nicht aufgehoben

Absolut. Und wenn der Computer hängen bleibt, dann ändert es auch nichts, wenn ich mich aufrege und Stresshormone ausschütte! Durch die Produktion von Stresshormonen reduzieren wir unsere Gesundheit. „Macht es denn Sinn, dass ich mich über einen Computer aufrege, Stresshormone produziere und mein höchstes Gut, meine Gesundheit, schädige“ – Nein, macht es nicht.

„Das ist starker Tobak und stellt gewiss bei vielen Menschen das Weltbild auf den Kopf“

Ja, auch das ist richtig, aber wenn man ein wenig nachdenkt, erkennt man, dass wir alle selbst über unsere Gefühle entscheiden.
Machen wir weiter:

Denn was für eine Vorstellung einer vergangenen oder zukünftigen Situation gilt, gilt auch für Eindrücke von außen, auf die wir früher vielleicht unreflektiert reagierten.

Angenommen es regnet, dann regnet es, egal ob Du Dich aufregst oder nicht. Und da Du nun weißt, dass Du selbst entscheidest was Du fühlst, frage Dich bitte, ob es denn Sinn macht, dass Du sich unwohl fühlst weil es regnet? Da fällt Wasser vom Himmel – mehr nicht! Macht das Sinn sich deswegen aufzuregen? Nein, es macht keinen Sinn, denn Du kannst das Außen nicht ändern.

Egal wie intensiv Du Dich ärgerst und wie wütend Du bis, es regnet – es ändert sich nichts. Punkt. Der Regen ist für Deine Gefühlswelt nicht zuständig, sondern Deine Bewertung. Hättest Du einen Garten und es würde nach langer Zeit wieder regnen, dann würdest Du Dich vielleicht sogar über das Wasser freuen. Sitzt Du im Büro und arbeitest, dann kann es sein, dass Du den gleichen Regen nicht bemerkst oder es Dir egal ist, ob es regnet oder nicht. Der Regen, also das Außen, gibt Dir NIE ein Gefühl – und was für den Regen gilt, gilt auch für das Verhalten von Menschen Dir gegenüber. Es ist immer unsere Bewertung, die Gefühle in uns selbst erzeugt.

Egal, ob Du im Stau stehst, oder ob der Chef oder die Chefin unfair sich Dir gegenüber verhalten, oder ob Dein Partner oder Deine Partnerin die blöd anmacht – nichts davon wird sich ändern, weil Du wütend, enttäuscht oder was auch immer bist!

Wie sagte schon Karl Valentin? Ich freue mich wenn es regnet, denn wenn ich mit nicht freue, regnet es auch!

Oder stelle Dir vor, Du befindest Dich in einer Situation in der Du gestresst bist. Die Situation an sich ist gefühlsneutral – es passiert Dir ja nichts – und da Du hier gelernt hast, dass Dich selbst entscheiden kannst, welches Gefühl in Dir hochkommt, dann kannst Du Dir auch hier die Frage stellen, ob es denn Sinn macht, dass Du Stress in Dir hochkommen lässt, weil Du viele Emails in Deinem Posteingang hast oder das permanent Telefon aufleuchtet, weil Anrufe eingehen? Nein – denn was ändert sich denn? Nichts – überhaupt nichts.

Wenn Du das Gefühl des Stresses in Dir hochkommen läßt, arbeitest Du weniger effektiv, weil das Gehirn durch die Ausschüttung von Hormonen plötzlich anders reagiert und die kognitive Leistung reduziert und es Dir deswegen vielleicht sogar schlecht wird. Macht es denn Sinn, dass es Dir schlecht geht und vielleicht Magenschmerzen zubekommen und Dich unwohl fühlst, weil Dein Monitor den Posteingang zeigt oder das Telefon Dir signalisiert, dass Du 5 Anrufe verpasst hast? Nein – macht es nicht.

Ich möchte Euch, liebe Hörer und Hörerinnen motivieren, dass Ihr die macht das Sinn Frage trainiert, täglich so oft, wie es nur geht und Ihr werdet erkennen, dass Euer Leben entspannter und ruhiger sein wird – es wird sich mit Lebensqualität und Lebensfreude füllen. Und falls Du sich mal richtig schlecht fühlen willst oder alles rausschreien möchtest, dann tun das bitte – nur fragen Dich sich, ob dieser Zustand des Schlechtfühlens länger als 10 Minuten anhalten muss :)?

Ich hoffe, Ihr könnt Euren Nutzen aus der macht das Sinn frage ziehen. Und da kommt mit gleich die Idee: lass uns auch zu diesem Thema eine Challenge machen, was meinst Du?

Ja, eine tolle Idee. Also liebe Hörer und Hörerrinnen, fragt Euch von heute an wenigstens 2 Wochen jeden Tag mehrfach, ob es denn Sinn macht, dass Ihr Euch über etwas aufregt, was Ihr eh nicht ändern könnt, Stresshormone ausschüttet und Eure Gesundheit damit reduziert? Stellt Euch bitte nicht die Frage ‚Welchen Sinn macht das‘, denn sonst kommt Ihr ins Grübeln und das wollen wir nicht.
Also: kommt der Bus zu spät, stellt Euch die Macht das Sinn Frage, ist der Toner beim Drucker leer, stellt Euch die macht das Sinn Frage, ist ein Produkt im Supermarkt ausverkauft, stellt Euch die ‚macht das Sinn Frage‘ und bei allen anderen ähnlichen Situationen. Durch dieses Mentaltraining kann man wirklich ein entspanntes Leben leben. Natürlich macht es auch Sinn, sich hier und da aufzuregen, denn wir sind keine Maschinen, nur macht es eben keinen Sinn sich über normale Alltagsthemen aufzuregen. Was bringt das? Eben nichts.

Bist Du bei der Challange dabei? Falls ja, dann schreibe doch in das Kommentarfeld zu diesem Podcast, welche Erfahrungen mit der „Macht das Sinn-Frage“ gemacht hast, also wie es Dir ergangen ist. Den Link zum Kommentarfeld findest Du in den Shownotes, also in der Beschreibung zu diesem Podcast.
Link zum Podcast: https://ulieckardt.de/podcast/resilienz-training-ist-unsinn-podcast-mit-ulrich-eckardt/

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