Es gibt Menschen, die Angst davor haben glücklich zu sein, manche glauben, dass sie es nicht wert sind, ein glückliches Leben führen zu dürfen.

Beide Einstellungen können unterschiedliche Diagnosen zulassen. Nicht glücklich sein zu dürfen kann auf eine Depression schließen lassen, es kann auch eine negative emotionale Verknüpfung mit Glück und Freude installiert worden sein.

Erringt man als Sportler ein herausragendes Ergebnis, so kann dies von anderen Menschen mit Neid und Missgunst quittiert werden. Eine Ausgrenzung, besonders bei Kindern, kann negative Emotionen mit Freude und Erfolg verbinden. Ferner kann Erfolg auch die Erwartungshaltung, den Druck, an sich selbst oder durch andere erhöhen. Gleichzeitig kommen Angstgefühle vor dem Scheitern, dem Versagen, auf.

Man kann dies mit einer emotionalen Achterbahn vergleichen. Kaum ist man oben, fährt man in seiner Gedanken- und  Gefühlswelt auch gleich wieder nach unten. Kurzfristige Freude wird zu langanhaltenden Stress.

„Solche Sorgen können für die Betroffenen belastend sein und einer guten Lebensführung im Weg stehen“,Jürgen Margraf, Professor für klinische Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum.

Es mutet zunächst merkwürdig an, dass Menschen versuchen ihre Glücksgefühle zu unterdrücken, besonders dann, wenn sie beruflichen Erfolg verzeichnen können oder gute Noten in der Schule aufweisen können. Statt den Erfolg zu genießen, torpedieren sie sich selbst. Oftmals sind solche Verhaltensweisen mit geringem Selbstwertgefühl gepaart.

Woher kommt geringes Selbstwertgefühl?

In unserer Kindheit, im Alter bis zu acht oder zehn Jahren fehlt es am s.g. kritischen Denken. Dieses wird erst nach der am Ende ersten Lebensdekade entwickelt. Es entscheidet, was gut und was schlecht ist, es bewertet und sortiert. Bevor diese Art des Denkens etabliert ist, werden alle Informationen ungefiltert aufgenommen und als wahr und richtig akzeptiert. Aussagen von Vertrauenspersonen, wie Vater und Mutter, werden nicht hinterfragt. In diesem Lebensabschnitt werden Menschen nachhaltig geprägt. Wird dem Kind suggeriert, dass es niemals erfolgreich sein wird, dass es ungeliebt ist oder „dumm“ sei, werden diese Informationen ungefiltert aufgenommen. Diese Prägung breitet sich in mehr und mehr in alle Bereiche des Lebens im Laufe der Zeit aus und psychische Probleme, wie Angststörungen oder psychosomatische Störungen können das Resultat sein.
Auch vorgelebtes Leben prägt. Leidet ein Elternteil an Agoraphobie, wird das Kind so geprägt, dass es ebenfalls Angst vor Plätzen haben kann oder sich fürchtet im Ernstfall nicht rechtzeitig zu Hause zu sein. Hat ein Elternteil Angst eine Ansprache bei einer Familienfeier zu halten (soziale Phobie, Redeangst), und rechtfertig diese durch unsinnige Aussagen um einer Gefährdung des stabilen, positiven Selbstkonzepts entgegenzuwirken (Kognitive Dissonanz), so kann das Verhalten und die Denkweise auch auf Kinder abfärben.
Werden Freude und Glück in der Kindheit mit Strafe oder Tadel bedacht, kann dies ebenso zur Verknüpfung negativer Emotionen bei möglicher Freude führen. Um diese negativen Emotionen nicht zu empfinden wird eine Vermeidungsstrategie der positiven Gefühle entwickelt.

Warum wir nicht glücklich und erfolgreich sein dürfen

Glück und Erfolg fühlen sich zunächst gut an. Doch die guten Gefühle können verfliegen, sobald sich Misserfolg einstellt. Das Gefühlsdelta ist entsprechend groß. Hat man keinen oder wenig Erfolg, fühlt sich Misserfolg weniger dramatisch an.

Wer glücklich ist, wird von den Mitmenschen gemieden und mit Neid bedacht. Glückliche Menschen sind nicht mainstream. Man muss in unserer Gesellschaft ackern, buckeln, schimpfen und sich permanent beschweren. Geht es einem Menschen besser als anderen, erweckt dies Neid und Missgunst und kann zur Ausgrenzung aus einer Gemeinschaft führen.

Menschen, die nie oder selten Freude und Glück empfinden, können früher oder später depressiv werden oder Süchten verfallen. Sie sehnen sich nach Freude und Glück, SUCHEN dies in einer Scheinwelt, die mit der Unterstützung psychoaktiver Substanzen herbeigeführt wird.

Coaching kann ein Weg sein sich wieder zu erlauben Glück und Freunde empfinden zu können. Bewährte Methoden sind die Time-Line aus dem NLP oder die Regression unter Hypnose.

Bildnachweis: Fernando AUDIBERT@freeimages.com