„The map is not the territory“ – heißt das Original von Korzybskis auf Englisch. Diese Annahme ist eine der vielen Grundannahmen des NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren). NLP beinhaltet eine Vielzahl von Methoden, welche, richtig angewandt, positive Veränderungen im Denken von Klienten herbeiführen können.

Die Annahme „Die Landkarte ist nicht die Landschaft“ oder „Die Landkarte repräsentiert nicht die Landschaft“ zählt zu den zentralen Vorannahmen, die das NLP vertritt. Sie sagt nichts anderes, als dass jeder Mensch in seiner eigenen Welt lebt und die Umwelt nach seinen Einstellungen und Erfahrungen gestaltet. Daher kann die Realität, so wie sie von Menschen definiert wird, gar nicht existieren, da diese wiederum über ihre eigene Landkarte verfügen.

Die Landkarte kann sich ändern, sie ist dynamisch

Für einen Bauern, der seinen Acker bestellt, kann Regenwetter ein Segen sein, für einen Menschen, der das Freibad besuchen möchte, kann Regen hingegen ein Hindernis darstellen. Verlegt derjenige, der wegen des Regens das Freibad nicht besuchen konnte jedoch Rollrasen, der viel gewässert werden muss, freut auch er sich auch über das Nass vom Himmel. Die Einstellung zum Wetter hat sich plötzlich grundlegend geändert.

Es gibt Menschen die vor dem Fernsehgerät sitzen und die Abende damit verbringen sich Kochshows anzusehen, andere hingegen gehen ins Theater, schauen sich einen Film im Kino an oder verbringen die Abende mit ihren Liebsten. Je nachdem wie der Einzelne aufgewachsen ist, welche Bedürfnisse er hat, welche Werte ihm vermittelt wurden, sind unterschiedliche Landkarten vorhanden.

Niemand sollte über einen anderen richten

Die Metapher ist eine Aufforderung oder Anregung Ansichten anderer Menschen zu respektieren und die eigene nicht als allgemeingültig anzusehen. Wer sich in die Welt des anderen hineinversetzten kann, ihn in seiner Welt abholen kann, wirkt meist sympathisch, denn Sympathie bedeutet nichts anderes als „Mitgefühl“ oder „mit leiden“. Sympathie kann man jedoch nur aufbringen, wenn man seinen (Gesprächs-)Partner versteht, seine Werte und Ansichten uneingeschränkt akzeptiert, auch wenn sie von den eigenen abweichen. Daher sollte es niemanden gestattet sein ein Urteil über einen anderen Menschen zu fällen, denn ein Urteil bedingt eine Anklage und einen Richter. Und auf welcher Grundlage kann man sich das Recht nehmen über einen anderen Menschen richten zu dürfen?

Wir nehmen die Umwelt über unsere fünf Sinne wahr

Die fünf Sinne, mit denen wir die Umwelt wahrnehmen sind bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt. Der eine ist der visuelle Typ, der andere der auditive, wieder andere Menschen nehmen primär die Welt über Gefühle wahr, andere über Gerüche oder über den Geschmack.
Diese Sinne, man spricht von Repräsentationssystemen, werden zum Teil parallel genutzt, oftmals steht jedoch einer dieser Sinneskanäle im Vordergrund.
Besuchen fünf Fußballfans, bei denen die Sinneskanäle unterschiedlich ausgeprägt sind, ein Fußballstadion, um einem Spiel ihrer Mannschaft beizuwohnen und befragt man sie anschließend nach ihren Eindrücken, können diese differieren:

  • Visueller Typ: Ich habe gut gesehen
  • Auditiver Typ: Die Menge hat unseren Schlachtruf tollgesungen
  • Kinästhet: Ich habe mich richtig wohl unter den Fans gefühlt
  • Olfaktorischer Typ: Naja, der neben mir hat schon stark transpiriert
  • Gustatorischer Typ: Die Bratwurst hat super geschmeckt

Die unterschiedlichen Typen nutzen auch eine unterschiedliche Worte, die ihr eigenes Haupt-Repräsentationssystem natürlich widerspiegeln. Ein Kommunikationsprobleme können auftauchen, wenn sich die Vertreter der unterschiedlicher Repräsentationssysteme austauschen, denn ein visueller Typ bewertet gefühlsbetonte Aussagen anders als ein Kinästhet und vice versa.

Erwarten Sie nicht, dass sich jemand für Sie ändert, denn nur,
wenn Sie sich ändern, ändert sich Ihre Umwelt.

Mit Businesscoaching und Personalcoaching kann man lernen, wie man seinen Kommunikationspartner besser versteht und seinen Wortschatz dem des anderen anpassen kann. Es geht dabei nicht darum sich selbst zu verändern oder aufzugeben, sondern mit den Gegebenheiten des Alltags einfacher umgehen zu können.

Bildnachweis: Philippe Ramakers @freeimages.com

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